Worin unterschied sich das Leben Muhammads (s) in Mekka von dem in Medina? In Medina entwickelte sich eine gut organisierte Gemeinschaft mit verschiedenen Institutionen wie Moschee, Markt und Handelswesen sowie einer eigenen Gerichtsbarkeit und die Muslime konnten sich in dieser Situation, frei von individueller Verfolgung, auf ein Leben nach der islamischen Lehre konzentrieren. Die aus Muslimen, Juden und anderen bestehende Einwohnerschaft Medinas akzeptierte die Fuehrungsrolle Muhammads (s). Vor allem fand er die voellige Unterstuetzung der beiden wichtigsten Staemme Medinas, nachdem diese den Islam angenommen hatten. Bezueglich der Juden ging Muhammad (s) davon aus, dass sie als Anhaenger einer Offenbarungsreligion unvoreingenommen auf ihn reagieren und die neue Lehre verstehen würden. Darueber hinaus gab es in Medina allerdings auch eine Gruppe von (einflussreichen) Leuten, die den Islam nur aus Opportunismus annahmen. Muhammad (s) schloss 623 n. Chr. mit den Vertretern der unterschiedlichen Bevoelkerungsgruppen Medinas einen Gemeindevertrag, der im Wesentlichen darin bestand, dass die muslimischen und juedischen Staemme zu gegenseitigem Schutz verpflichtet waren. Diese erste schriftlich fixierte Verfassung diente den Muslimen als Grundmodell fuer spaetere Staatsstrukturen.
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