Der Glaube an das Schicksal Allah verwaltet Sein Reich mit groesster Genauigkeit und Gerechtigkeit, und aufgrund seiner Eigenschaften ist es ausgeschlossen, dass Er auch nur fuer den Bruchteil einer Sekunde von Seiner Herrschaft abgelenkt wuerde (vgl. Qur'an, 5:255). Sowohl die gewaltigen Funktionen der Himmelskoerper als auch die winzigen der Mikroorganismen werden von Allah bestimmt, gesteuert und ueberwacht; sogar ein Blatt faellt nicht vom Baum ohne den Willen Allahs. Deshalb gibt es fuer den Muslim keinen "Zufall", denn alle Ereignisse werden durch Ursachen ausgeloest, und die letzte Ursache ist Allah selbst. Im Islam gilt der Grundsatz, dass das Gute von Allah ist, und das Schlechte als Folge falschen Handelns ist. Dieser Grundsatz gilt auch dann, wenn das Geschehen nach unserem Ermessen schlecht ist. So mag fuer den Urlauber Regen ein Stoerfaktor sein, aber er ist ein Segen Allahs fuer die Erde, und von Ihm haengt das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen ab. Weil Allah allwissend, gnaedig und gerecht ist, gilt dieser Grundsatz aber auch dann, wenn wir Menschen mit unserem begrenzten Verstand dies nicht zu erfassen vermoegen. Das Akzeptieren der Vorsehung und damit des Schicksals gibt unserem Leben einen grossen Sinn und laesst uns ein hartes Schicksal besser ertragen. Verlieren Menschen den Glauben an diesen Punkt, sind sie bei erschuetternden Ereignissen haltlos und koennen aus Verzweiflung und Ausweglosigkeit Selbstmord begehen. Ein Selbstmoerder ist vor Allah ein richtiger Moerder und wird von der Strafe Allahs nicht verschont bleiben, denn er hatte seine Tat nicht zu begehen brauchen, wenn er an den Glaubensgrundsaetzen des Islam festgehalten haette. Zum Grundsatz des Glaubens an das Schicksal steht nicht im Widerspruch, dass die Muslime glauben, dass Allah den Menschen mit freiem Willen und der Faehigkeit, entsprechend zu waehlen und zu handeln, erschaffen hat, und dass Allah in vollkommener Gerechtigkeit den Menschen moralisch verantwortlich macht fuer das, was er zu seinen Lebzeiten tut. Es ist falsch zu behaupten, dass der Islam seine Anhaenger lehrt, sich unterwuerfig und tatenlos in das zu ergeben, was immer ihr Schicksal oder ihre Bestimmung sein mag. Vielmehr fordert der Islam die Glaeubigen dazu heraus, gegen Unrecht und Unterwuerfigkeit anzukaempfen und sich mit allen Kraeften fuer die Aufrechterhaltung von Recht und Gerechtigkeit einzusetzen. (Vgl. Qur'an, 5:255; 36:39; 40:5; 80:19; 73:20).
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